Medien prägen Leben und Zukunft der Kinder
Ein Projekt zur Förderung der Medienkompetenz für benachteiligte Kinder im ländlichen Raum.
Kinder, die gelernt haben, selbst und kritisch mit Medien umzugehen, haben gute Chancen, sich zu starken Persönlichkeiten zu entwickeln. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen hat sich die Medienkompetenz inzwischen zur "vierten Kulturtechnik" entwickelt. Je früher diese Kompetenz im täglichen Umgang mit Medien gefördert wird, umso nachhaltiger wirkt sie sich auch auf die Lebens-, Bildungs- und Berufsperspektiven von Kindern aus.

Das Ziel
Die kindlichen Erfahrungswelten erweitern und das Selbstbewusstsein der Kinder stärken. Medien prägen bereits die frühkindlichen Erlebnis- und Erfahrungswelten. Fernsehen im Kinderzimmer und Hörspiel aus dem Kassettenrecorder/CD-Player ersetzen leider vielfach das Vorlesen und das gemeinsame Spiel innerhalb der Familie oder mit Gleichaltrigen. Ein präventiv angelegtes Angebot muss den kompetenten Umgang mit Medien schon im Elementarbereich fördern um frühzeitig diese Risikofaktoren für die kindliche Entwicklung verringern helfen.

Die Leitidee: "Lieber selbst gestalten statt nur einzuschalten."
Wenn Kinder einmal vor und hinter der Kamera gestanden haben, wenn sie ihre eigenen Beiträge im "richtigen" Radio gehört haben und ihnen jemand beigebracht hat, sinnvoll mit dem Computer und kritisch mit dem Internet umzugehen, dann können sie sich selbst-
bewusst zu eigenen Persönlichkeiten entwickeln, die für ihre Zukunft vorbereitet sind.

Das Projekt bietet in einem Zeitraum von 36 Monaten ein niederschwelliges und aufsuchendes Angebot für besonders benachteiligte Kinder im ländlichen Raum, das in der Lage ist, altersgerechte Wege zur kritischen Mediennutzung zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt wird hierbei auf der Produktion eigener Radiosendungen liegen. Die Zielgruppen sind altersgemischt vom Kindergarten bis zu den ersten Klassen in der Sekundarstufe I angelegt.

Kinder mit Bildungsbenachteiligungen, die
in der Familie und in ihrem Milieu in resignativer Akzeptanz ihre Lebenssituation "als gegeben" verinnerlicht haben, können durch die altersgemäße Anleitung bei der Eigenproduktion von Medienbeiträgen ihre individuellen Entwicklungspotenziale entdecken und neuen Mut zur Bewältigung von Unbekanntem bei ihrer künftigen Lebensbewältigung und Lebensplanung schöpfen.
Kinder mit Migrationshintergrund und/oder sprachlichen Defiziten können sich mit unter-
schiedlichen Medien selbst artikulieren und damit gemeinsam mit anderen Kindern auch zu-
sätzliche Sprachkompetenzen und Kulturtechniken erwerben. benachteiligte Kinder können mit Medien eine größere Öffentlichkeit erreichen. Das stärkt nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern führt auch in der Bevölkerung zu einer größeren Wahrnehmung der Lebenssituation dieser Gruppen.
Ein wichtiger Bestandteil jedes Projekts ist daher auch das gemeinsame Hör-Event nach Fertigstellung einer Sendung. Hier werden Eltern, Geschwister und Freunde eingeladen, gemeinsam mit den Teilnehmern der Austrah-
lung im Radio beizuwohnen. Soviel Mut möchte belohnt werden. Für die Feuertaufe der Nach-
wuchs-Radiomoderatoren gibt es deshalb eine anerkennende Urkunde.
Insbesondere in der Fortbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Kinder- und Jugendarbeit, sowie in zahlreichen Projekten mit Schulen, Jugendgruppen, Vereinen und Initiativen hat der Verein vielfältige Erfahrungen in der Vermittlung von Medienkompetenz entwickelt.

Neue Zugänge und Wege beschreiten
Die bisherige pädagogische Arbeit war (und ist) auf die Arbeit mit Multiplikatoren aus der Kinder- und Jugendarbeit, auf Eltern und Erwachsene, sowie auf Einzelprojekte mit Kindern und Jugendlichen ausgerichtet. Die beschriebene Maßnahme geht weit über das bestehende Regelangebot hinaus, weil es sich in zahlreichen Einzelprojekten auf die pädagogische Arbeit mit benachteiligten Kindern (ca. 2 - 14 Jahre) konzentriert.

Ein vergleichbares Projekt wie dieses in der Arbeit mit benachteiligten Kindern im ländlichen Raum ist derzeit nicht vorhanden und wird daher durch die STIFTUNG WOHLFAHRTSPFLEGE unterstützt. Herzlich Willkommen sind Eltern, Großeltern, Pädagog/innen, Jugendpfle-ger/innen sowie Interessierte aus sozialen Einrichtungen. Seit Januar 2006 haben sich an diesem Projekt bisher mehr als 15 Einrichtungen beteiligt, 37 einstündige Radiosendungen sind von über 450 Schülerinnen und Schülern produziert worden. (Stand: August 2007)

Weitere Informationen

• Eine Auswahl von bereits durchgeführten
   Projekten mit Hörproben.

• Die Podcast-Seite des Bürgerfunks.

Design: Frank Spreen-Ledebur